veröffentlicht für Donnerstag, den 29. Januar 2026
Zwischen Tradition und Freiheit:
Warum der Abschied heute neue Räume braucht.
Wenn ich an meine Anfänge im Bestattungsunternehmen meiner Eltern zurückdenke, erinnere ich mich lebhaft an meine ersten „Ausflüge“ in die Verwaltungswissenschaft der Friedhöfe. Damals brachten wir moderne Ideen mit – wie etwa einen Kunstbaum aus Kunststoff, um eine karge Kapelle freundlicher zu gestalten.
Doch die Antwort der Verwaltung kam prompt: Verboten wegen Feuergefahr.
Damals waren diese Produkte bei weitem nicht so voluminös und haptisch perfekt wie die heutigen
„Real Touch“-Materialien, aber es ging um das Prinzip: Die Verwaltung setzte die Grenzen, nicht der Wunsch der Angehörigen.
Der Wandel der Zeit: Vom Kirchenschiff ins Lieblingsrestaurant
Heute spüren wir einen deutlichen Umbruch.
Die klassische Aufbahrung in großen Kirchen oder Friedhofskapellen ist spürbar rückläufig.
Die Menschen suchen heute keine starren Institutionen mehr. Sie möchten in kleineren, vertrauten Gruppen Abschied nehmen und kehren nach der Beisetzung lieber in das Lieblingsrestaurant der verstorbenen Person ein, um sich dort gemeinsam zu erinnern. Trauer findet heute dort statt, wo das Leben gelebt wurde.
Wenn der Dienstplan den Abschied diktiert
Doch während sich die Bedürfnisse der Menschen gewandelt haben, scheint die Zeit auf vielen Friedhöfen – wie etwa in Hamburg-Ohlsdorf – stillzustehen. Dort werden Trauerfeiern und Beisetzungen zwar von Montag bis Samstag angeboten, doch gerade am Samstag spüren Familien oft die Reglementierungen durch den dortigen Personalnotstand.
Es ist paradox: Der Samstag ist für viele Familien der einzige Tag, an dem alle Generationen zusammenkommen können. Wenn aber die Verwaltung den Takt vorgibt und den Service aus Personalmangel einschränkt, bleibt die Individualität auf der Strecke.
Unsere Antwort: Freiheit durch Unabhängigkeit
Genau aus diesem Grund haben wir als Familienunternehmen in 4. Generation reagiert.
Um dem starren System der Friedhöfe zu trotzen und den Wünschen der Menschen wirklich zu folgen,
haben wir eigene Abschiedsräume in ihrer ganzen Vielfalt geschaffen.
Wir haben uns unabhängig gemacht, damit wir Trauerfeiern so gestalten können,
wie der Auftraggeber es möchte:
Bestattungsfreiheit jetzt
Vom verbotenen Kunstbaum meiner Anfangszeit bis zu unseren heutigen, modernen Abschiedshäusern war es ein weiter Weg. Es hat uns gezeigt, dass viele Bestatter heute mehr denn je als "Vordenker" gefragt sind. Wir kämpfen nicht nur für einen würdevollen Moment, sondern mit unserer Petition in 2026 „Bestattungsfreiheit jetzt: Urne zu Hause“ auch für das Recht, die Asche eines geliebten Menschen dort zu wissen, wo sie hingehört – im privaten Umfeld.
Der Abschied darf nicht am Personalmangel einer Behörde scheitern.
Er gehört in die Hände derer, die lieben.
Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:
Teilen Sie Ihre Gedanken zu unseren aktuellen Kolumnen-Themen.
Diskutieren Sie mit uns über die Petition zur Bestattungsfreiheit und das 'Bremer Modell'.
Stellen Sie Fragen, die Sie schon immer einem Experten stellen wollten.
Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Kommentare, Erfahrungen und Anregungen hier zu hinterlassen.
Wir freuen uns auf einen respektvollen, mutigen und ehrlichen Dialog mit Ihnen.
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