Es ist ein ungewöhnliches Bild für ein Bestattungshaus:
Auf dem Tisch stehen nicht nur Kerzen, sondern auch Schälchen mit Aquarellfarben, Pinsel und Töpfchen mit bunter Fingerfarbe.
Es duftet nach frischem Kaffee und Gebäck, im Hintergrund klirren dezent die Gläser.
Wir haben eingeladen – aber nicht zur Trauerfeier, sondern zum gemeinsamen „Sargmalen“.
Ein Abend für die Sinne
Bevor am nächsten Tag die Glocken der Kirche zur feierlichen Verabschiedung läuten, trifft sich die Familie im kleinen Kreis bei uns.
Es ist ein Abend der Begegnung.
Die Enkelkinder patschen mit ihren kleinen Händen blaue und gelbe Sonnen auf das helle Holz, während die Erwachsenen mit feinen Pinseln Abschiedsgrüße oder die Silhouette der geliebten Hamburger Skyline verewigen.
* Kreativität als Ventil: In der Trauer fehlen uns oft die Worte. Die Farbe gibt uns die Möglichkeit, das auszudrücken, was man nicht sagen kann.
* Häppchen und Erinnerungen: Während der Sarg immer bunter wird, wird gelacht und erzählt. „Weißt du noch damals...?“ – bei einem Glas Wein oder Saft verliert das starre Holz seine Kälte.
Die Einbettung: Ein Moment der Nähe
Nachdem das künstlerische Werk vollbracht ist, folgt der intimste Moment: die Einbettung. Wer möchte, hilft mit, bettet das Kissen oder legt dem Verstorbenen noch einen letzten Brief in die Hand. Es ist ein aktives Tun, das begreifbar macht, was oft unbegreiflich scheint.
Wenn der Sarg am nächsten Tag in der festlichen Kirche steht, ist er kein anonymes Produkt mehr. Er ist ein Speicher für die Liebe und die Geschichten des Vorabends. Die Gemeinde sieht nicht nur ein „Möbelstück“, sondern ein buntes Zeugnis eines gelebten Lebens.
Fazit
Abschied darf bunt sein. Er darf nach Farbe riechen und nach Gemeinschaft schmecken. Denn wenn wir den Tod ein Stück weit „begreifen“ dürfen – im wahrsten Sinne des Wortes mit unseren Händen –, dann verliert er ein wenig von seinem dunklen Schatten
Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
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