Foto M. Hahn
Das Ende der Glasfaser-Garantie
Wenn die Welt aus den Fugen gerät.
Wir haben uns jahrelang in Watte gepackt. Wir dachten, Sicherheit sei ein Abo-Modell, das man mit Glasfaseranschluss und einer Cloud-Lösung einfach buchen kann. Doch während wir im Norden noch
über die richtige Work-Life-Balance philosophieren, zeigt uns die Realität zwischen Jordanien und dem Iran gerade das nackte Gesicht der Verletzlichkeit.
Viele sind in den letzten Jahren ausgewandert, auf der Suche nach dem „sicheren Hafen“. Doch heute stellt sich am 1. März 2026 die brennende Frage: Wo ist man wirklich sicher, wenn die
Infrastruktur, die uns alle verbindet, wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt? Wenn die wunderbaren digitalen Leitungen stumm bleiben und die Welt, in der wir unsere Vorsorgen und Wünsche
gespeichert haben, einfach „gelöscht“ wird?
Sterblichkeit lässt sich nicht „wegklicken“
Man mag es provokant finden, aber durch das Risiko weltweiter militärischer Eskalationen steigt die Sterblichkeit. Das ist Mathematik, kein Pessimismus. Und in dem Moment, in dem Menschen von den
Trümmern ihrer Illusionen erschlagen werden, zählt nur noch eines: Wer ist da? Wer kann noch organisieren? Wer hat noch eine Schaufel in der Hand, wenn der Bagger keinen Diesel mehr
bekommt?
Wir müssen aufhören, so zu tun, als wäre eine Bestattung ein rein bürokratischer Akt, der im Notfall schon irgendwie „mitläuft“. Wenn die großen Massen-Bestattungsrituale erst einmal zur
traurigen Notwendigkeit werden, ist die individuelle Würde das Erste, was stirbt.
Das Gift der Gleichgültigkeit
Es gibt eine Haltung, die mir in diesen Tagen immer häufiger begegnet – oft in schnellen Chats oder kurzen Kommentaren. Sie lautet: „Mir doch egal, was nach mir kommt. Wenn ich tot bin, spüre ich
nichts mehr. Macht doch mit mir, was ihr wollt.“
Man könnte meinen, das sei Mut oder Gelassenheit. In Wahrheit ist es die Gipfelform der Respektlosigkeit.
Wer so denkt, lässt seine Angehörigen in einer Welt allein, die gerade ohnehin aus den Fugen gerät. Er bürdet ihnen nicht nur die Trauer auf, sondern auch das organisatorische Chaos in einer
Zeit, in der vielleicht kein Telefon mehr klingelt und kein Amt mehr besetzt ist. Wer keine Vorsorge trifft, weil es ihm „egal“ ist, nimmt in Kauf, dass sein Abschied im schlimmsten Fall zu einem
anonymen Massen-Ritual verkommt. Es ist eine Haltung gegenüber der Welt und den Mitmenschen, die ich schlichtweg für verantwortungslos halte.
Analoge Sicherheit auf eigenem Grund
Wir in Ammersbek haben uns entschieden, nicht mehr auf das „Prinzip Hoffnung“ zu setzen. Wir verlassen uns nicht darauf, dass der Server in der Cloud uns rettet. Wir setzen auf das Kleine, das
Autarke.
Der Trauerhahn
Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:
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