Muss man sich für einen fairen Preis schämen?

Es gibt Momente in meinem Berufsalltag, da muss ich tief durchatmen. Kürzlich erreichte mich eine Anfrage, die mich fassungslos machte – nicht wegen des Inhalts, sondern wegen des Untertons. Uns wurde quasi vorgeworfen, „zu günstig“ zu sein. Es wurde so lange nachgehakt, bis die Grenze zur Unterstellung von Unseriosität überschritten war.

 

 

Da verbringt jemand Zeit damit, Preise und Leistungen zu vergleichen, und anstatt sich über ein faires Angebot zu freuen, wird ein schlechtes Gewissen konstruiert. Als ob ein höherer Preis automatisch mehr Würde bedeuten würde.

Die Logik der Preistreiber

Ich frage mich oft: Warum wird eigentlich nie derjenige hinterfragt, der das Doppelte oder Dreifache verlangt? Warum wird dort die „Seriosität“ blind vorausgesetzt?

 

In unserem Haus, das seit 1872 in vierter Generation besteht, haben wir eine klare Philosophie: Wir kalkulieren fair. Wir haben über Jahrzehnte Strukturen aufgebaut, die es uns erlauben, effizient zu arbeiten. Wir müssen keine überteuerten Prunkbauten finanzieren, sondern konzentrieren uns auf das Wesentliche: Eine würdevolle Abschiednahme, die für Menschen bezahlbar bleibt.

Das Spiel mit der Unsicherheit

Es ist eine perfide Taktik, Angehörigen in einer emotionalen Ausnahmesituation einzureden, dass bei einem fairen Angebot „irgendetwas faul“ sein müsse. Dieses Erzeugen von Angst vor „ungeahnten Überraschungen“ rückt unsere gesamte Branche oft in ein falsches Licht.

 

Wer bei uns ein Angebot erhält, bekommt Transparenz. Punkt. Wer mehr bezahlen möchte, findet in Hamburg sicher genug Adressen, die gerne zugreifen. Aber wer glaubt, dass ein hoher Preis die Trauer besser heilt oder den Verstorbenen mehr ehrt, der irrt.

Die wahre Kostenfalle: Zeit

Während man in Misstrauen verharrt und die Entscheidung hinauszögert, passiert im Hintergrund das, was wirklich teuer wird: Die Gebühren in Krankenhäusern oder Kühlräumen laufen unerbittlich weiter. Am Ende zahlt man mehr – aber nicht für eine bessere Leistung, sondern schlicht für die verlorene Zeit der Unentschlossenheit.

 

Wir stehen zu unseren Preisen. Nicht, weil wir „billig“ sind, sondern weil wir seit über 150 Jahren wissen, was eine gute Leistung wert ist – und was nicht.

 

 

Herzlichst,

 

 

Der Trauerhahn

Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur

 

Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“

 

„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der

4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.

 

Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.

 

In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:

 

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