Praktikum oder Massenware? Warum ich Bewerber jetzt „teste“

Kürzlich flatterte wieder eine Anfrage für ein Schulpraktikum ins Haus. Junges Mädchen, 15 Jahre, die Unterlagen wirkten vollständig. Doch als Bestatter lernt man eines schnell: Papier ist geduldig, aber unser Beruf braucht Herz, Rückgrat und einen wachen Verstand.

 

 

Ich stellte mir die Frage: Ist das echtes Interesse an unserem Haus oder nur eine von hundert E-Mails nach dem Motto „Hauptsache irgendwo unterkommen, egal wo“? Dieser „Egal-Modus“ zieht sich heute leider wie ein roter Faden durch viele Bereiche – aber nicht beim Trauerhahn.

Der „Hahn-Test“ für den Nachwuchs

Anstatt eine standardisierte Absage zu schicken (denn für 2026 und 2027 sind unsere Plätze eigentlich belegt), habe ich den Spieß umgedreht. Ich habe ihr eine kleine Hausaufgabe gestellt – ein echtes Rätsel aus unserem Alltag rund um erloschene Vollmachten und komplexe Vorsorgen.

Warum ich das tue? Ganz einfach:

  • Spreu vom Weizen trennen: Wer wirklich zu uns will, setzt sich mit unserer Homepage und unseren Werten auseinander.

  • Flexibilität schlägt Floskeln: In unserem Beruf gibt es kein „Schema F“. Ich suche Menschen, die mitdenken, wenn es knifflig wird.

  • Werte vermitteln: Wer bei uns reinschnuppern will, muss verstehen, dass wir kein gesichtsloser Konzern sind, sondern ein Familienunternehmen mit klarer Meinung und Tradition seit 1872.

Ein Baum für die Mühe

Ich habe ihr gesagt: „Schau dir meine Kolumnen an, finde die Lösung und lass uns gemeinsam etwas Gutes tun.“ Über unseren „Baum-Forest-Button“ pflanzen wir so ein Stück Zukunft – egal, ob das Praktikum am Ende zustande kommt oder nicht.

 

Das Ergebnis? Ich warte noch. Aber genau hier trennt sich der Weg. Wer die „Extrameile“ geht und sich einliest, beweist echtes Interesse. Wer nur auf das „Egal“ setzt, wird bei uns nicht fündig.

Das Fazit: Verantwortung braucht Hürden

Vielleicht bin ich da ein wenig „alte Schule“, aber ein Beruf, der so viel Verantwortung für Menschen trägt, darf auch eine kleine Hürde haben. Ein kurzes Schmunzeln bei der Antwortsuche schadet nicht – und wer weiß, vielleicht ist genau das der erste Schritt zu einer echten Berufung statt nur zu einem Zeitvertreib.

 

Denn eines ist sicher: Bei André Hahn Bestattungen ist uns nichts „wurscht“ – erst recht nicht der Nachwuchs.

 

 

Herzlichst,

 

Der Trauerhahn

 

Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“

 

„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der

4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.

 

Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.

 

In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:

 

Teilen Sie Ihre Gedanken zu unseren aktuellen Kolumnen-Themen.

 

Diskutieren Sie mit uns über die Petition zur Bestattungsfreiheit und das 'Bremer Modell'.

 

Stellen Sie Fragen, die Sie schon immer einem Experten stellen wollten.

 

Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Kommentare, Erfahrungen und Anregungen hier zu hinterlassen.

 

Wir freuen uns auf einen respektvollen, mutigen und ehrlichen Dialog mit Ihnen.


Kommentare: 0

Wenn Sie unsere wöchentlichen Kolumnen, neuen Novellen und Informationen zu Themen wie dem „Bremer Modell“ oder praktischer Nachlasshilfe automatisch erhalten möchten, nutzen Sie bitte unser geschütztes Kontaktformular.