Heute ist Karfreitag 2026. Das Handy flutscht beim Frühstück durch die Schlagzeilen, und da erscheint sie: Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Mit erhobenem Zeigefinger erklärt sie uns die Wichtigkeit dieses „stillen Feiertags“. Es wird betont, wie wir diesen Tag zu begehen haben – fast so, als müssten wir zu unserem Glück (oder unserer Andacht) gesetzlich gezwungen werden.
Ich gestehe: Bei so viel staatlich verordnetem „Quiet Gameplay“ schwillt mir ein wenig der Kamm.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Als Bestatter lebe ich von und mit der Stille. Ich weiß um den unschätzbaren Wert des Innehaltens. Aber müssen wir das im Jahr 2026 wirklich noch bevormundend regeln? Wer entscheidet eigentlich, wann wer „in sich gekehrt“ zu sein hat?
Für einen Großteil der Bevölkerung ist dieser Tag längst im Alltag angekommen. Er ist ein freier Tag für die Familie, für den Garten oder einen Ausflug. Ihn mit einem strikten Tanzverbot oder starren Verhaltensregeln zu belegen, wirkt in einer modernen, pluralistischen Gesellschaft wie ein Anachronismus aus einer fernen Zeit.
Betrachten wir es einmal nüchtern: Jeder dieser „erzwungenen“ Stillstände kostet unser Land Milliarden an Bruttosozialprodukt. In Zeiten, in denen wir wirtschaftlich jeden Funken Energie brauchen, wirken solche starren Regelungen fast wie ein Luxus, den wir uns leisten, um ein veraltetes Bild zu wahren.
Sollten wir mündigen Bürgern nicht zutrauen, selbst zu entscheiden, wann sie eine Pause brauchen? Ein freier Tag ist ein Geschenk – aber die Art, wie wir ihn füllen, sollte Ausdruck unserer persönlichen Freiheit sein.
Echte Stille lässt sich nicht verordnen. Sie lässt sich nicht durch ein Gesetz erzwingen, das uns vorschreibt, das Radio leiser zu drehen oder die Tanzschuhe im Schrank zu lassen.
Wahre Einkehr passiert dort, wo wir uns freiwillig dafür entscheiden. Sei es in der wunderbaren Offenheit der St. Marien Kirche in Basthorst, die ihre Türen für alle öffnet, oder bei einem stillen Moment auf dem Gutshof. Stille ist ein Angebot, kein Befehl.
Wir sollten aufhören, uns gegenseitig vorzuschreiben, wie „Andacht“ auszusehen hat. Wer heute feiern will, feiert das Leben. Wer trauern will, findet den Raum dafür. Das ist Freiheit. Und Freiheit ist für mich der höchste Wert – auch an einem Karfreitag.
Individuelle Wege zu gehen, bedeutet auch, Bestattungen so zu gestalten, wie es zum Leben passt – ob traditionell oder modern. Wir sind für Sie da, unabhängig von Konventionen oder finanziellen Rahmenbedingungen. Wir beraten Sie zu allen Möglichkeiten, von der naturverbundenen Seebestattung (unserer preiswertesten Vorsorge) bis hin zur Unterstützung bei Sozialbestattungen, deren Kosten auf Antrag von der Stadt übernommen werden können.
Der Trauerhahn
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
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