Wasser marsch? Wenn der Friedhof zur Insel wird

 

Es gibt Nachrichten, die lassen einen ratlos zurück – nicht nur als Bestatter, sondern vor allem als Bürger. Der Fall des Friedhofs in Siek ist so einer. Monatelang herrschte dort Totenstille im wahrsten Sinne des Wortes: Bestattungsstopp. Die Sorge? Das Grundwasser könnte durch die Bestattungen kontaminiert werden.

Das Rad der Zeit – oder: Was wir schon immer wussten

Besonders pikant an der Geschichte: Das Wasser in Siek ist kein neues Phänomen. Wer in der Region verwurzelt ist, weiß, dass dort, wo heute Gräber liegen, früher ein Teich war. Die Wasseradern fließen dort seit Jahrhunderten. Man fragt sich unwillkürlich: Wurde das bei der ursprünglichen Planung des Friedhofs schlichtweg „übersehen“?

 

 

Nun, Wochen später, rudern die Behörden zurück. Entwarnung! Das Grundwasser sei sicher. Urnen dürfen wieder in die Erde – allerdings unter einer Bedingung, die fast schon ironisch klingt: Die Urne muss aus Edelstahl oder Stein sein, also nahezu unvergänglich.

Die Krux mit dem Ehepaar-Grab

 

Für viele Menschen, die dort Vorsorge getroffen und Ehepaar-Gräber gekauft haben, ist das eine enorme Belastung. Man plant die gemeinsame letzte Stätte, und plötzlich ändern sich die Spielregeln. Was passiert mit dem Partner, der eigentlich neben seinem Liebsten in einem klassischen Holzsarg ruhen wollte? Muss er nun in ein „technisches Grabhüllensystem“ ausweichen, nur weil die Planung die Natur ignoriert hat?

Ein Plädoyer für Ehrlichkeit in der Planung

Dieser Fall zeigt deutlich: Die Natur lässt sich nicht ignorieren. Eine Wasserader lässt sich nicht einfach zuschütten. Wir erleben oft, dass Menschen sich einen friedlichen, naturnahen Platz wünschen. Aber wenn der Boden nicht mitspielt, wird aus dem Ort des Friedens schnell ein bürokratisches Schlachtfeld.

 

Vielleicht sollten wir bei der Friedhofsplanung wieder mehr auf die Geschichte des Bodens und die Erfahrung der Einheimischen hören, statt uns allein auf nachträgliche Gutachten zu verlassen. Denn am Ende sind es die Angehörigen, die buchstäblich im Regen stehen – oder am feuchten Grab.

 

Gerade bei solch schwierigen Bodenverhältnissen bietet sich oft eine Seebestattung an – eine saubere, würdevolle und bei uns zudem die günstigste Form des Abschieds. Wir beraten Sie ehrlich über alle Möglichkeiten, auch wenn die Mittel knapp sind. Bei einer Sozialbestattung unterstützen wir Sie umfassend bei der Antragstellung auf Kostenübernahme durch die Stadt.

 

 

Der Trauerhahn

 

Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“

 

„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der

4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.

 

Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.

 

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