Es gibt Situationen in unserem Berufsalltag, da fragt man sich, ob man im falschen Film ist. Kürzlich erlebten wir auf einem Kleinstadt-Friedhof eine ganz besondere Form der „Zusammenarbeit“ zwischen der Friedhofsverwaltung und einer lokalen Gärtnerei.
In der Kapelle standen prächtige Lorbeerbäume – eigentlich eine schöne Dekoration. Doch die Überraschung folgte nach der Trauerfeier: Eine gesonderte Rechnung des Gärtners für die „Miete“ dieser Bäume. Das Problem dabei? Da diese Bäume fest zur Kapellenausstattung gehörten, hatten weder wir als Bestatter noch die Angehörigen eine Wahl. Man wurde ungefragt zur Kasse gebeten für eine Dienstleistung, die weder bestellt noch abwählbar war.
Für uns war schnell klar: Hier wurde eine Struktur geschaffen, um einer befreundeten Gärtnerei Aufträge zuzuspielen – und das auf dem Rücken der Familien in einer ohnehin schweren Zeit. Da Transparenz für uns jedoch das oberste Gebot ist und wir uns nicht in solche „Gefälligkeiten“ einbinden lassen, haben wir konsequent reagiert.
Unsere Ansage für zukünftige Trauerfeiern an diesem Ort war klipp und klar: „Wir möchten diese Bäume nicht haben.“
Das führte zu einem fast schon bizarren Bild: Jedes Mal, wenn wir nun dort eine Trauerfeier ausrichten, müssen die Bäume des Friedhofsgärtners vorher buchstäblich „rausgerannt“ werden. Wir bringen unsere eigene Dekoration mit – exakt so, wie es die Angehörigen bei uns gebucht haben, ohne versteckte Zusatzrechnungen von Dritten.
Das mag für die Verwaltung mühsam sein, aber für uns ist es eine Frage des Prinzips. Wir lassen uns nicht vorschreiben, welche Drittanbieter unsere Kunden bezahlen müssen, nur weil man sich vor Ort „gut kennt“.
Vertrauen verdient man sich durch Ehrlichkeit und Kostentransparenz – nicht durch geschickt platzierte Lorbeerbäume. Ob es um eine klassische Erdbestattung oder eine schlichte Seebestattung geht: Unsere Kunden wissen immer genau, wofür sie bezahlen. Wenn wir kommen, weht ein frischer Wind durch die Kapelle – und manchmal müssen dafür eben erst einmal die alten Zöpfe (oder Bäume) weichen.
Der Trauerhahn
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
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