„Menschen verschwinden nicht, wenn sie sterben. Sie verwandeln sich.“ Dieser Gedanke, der aktuell viele Menschen bewegt, ist weit mehr als nur ein schöner Trost – es ist eine naturwissenschaftliche Tatsache. In der Physik gibt es kein echtes „Ende“, sondern nur Zustandsänderungen. Als Bestatter erlebe ich täglich, wie schwer das Loslassen fällt. Doch wenn wir verstehen, dass die Substanz eines geliebten Menschen bleibt, kann das den Schmerz ein wenig lindern.
Egal, für welche Form der Bestattung man sich entscheidet, die physikalische Grundregel bleibt gleich: Energie und Materie gehen niemals verloren.
In der Erde: Bei der klassischen Grabstätte auf dem Friedhof wird der Körper wieder Teil des großen biologischen Kreislaufs. Er wandelt sich in Nährstoffe um, die Bäume wachsen lassen und Blumen blühen lassen. Ein Teil des geliebten Menschen lebt buchstäblich im Grün des Friedhofs weiter.
Im Feuer: Bei einer Einäscherung wird Materie durch enorme Hitze transformiert. Ein Teil wird zu Licht und Wärme (Energie), der andere bleibt als mineralische Asche zurück.
Im Wasser oder im Wind: Ob die Asche nun der See übergeben wird oder in der Natur verbleibt – sie verteilt sich in den Elementen. Die Atome werden Teil der Weltmeere oder des Windes.
Diese physikalische Unvergänglichkeit ist auch ein starkes Argument für das, wofür wir politisch kämpfen: die Bestattungsfreiheit. Wenn die Physik uns lehrt, dass wir ohnehin Teil des Ganzen bleiben, ist es nur folgerichtig, dass Angehörige selbst entscheiden sollten, an welchem Ort diese Verwandlung stattfinden darf – sei es auf dem Friedhof, im Meer oder eben im privaten Garten durch das „Bremer Modell“.
Wir verlieren die vertraute Stimme, das Lächeln und die Hand, die wir halten konnten. Aber wir verlieren niemals die Existenz dieses Menschen im Universum. Er ist noch da – in einer anderen, unendlichen Form.
Der Trauerhahn
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:
Teilen Sie Ihre Gedanken zu unseren aktuellen Kolumnen-Themen.
Diskutieren Sie mit uns über die Petition zur Bestattungsfreiheit und das 'Bremer Modell'.
Stellen Sie Fragen, die Sie schon immer einem Experten stellen wollten.
Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Kommentare, Erfahrungen und Anregungen hier zu hinterlassen.
Wir freuen uns auf einen respektvollen, mutigen und ehrlichen Dialog mit Ihnen.
Wenn Sie unsere wöchentlichen Kolumnen, neuen Novellen und Informationen zu Themen wie dem „Bremer Modell“ oder praktischer Nachlasshilfe automatisch erhalten möchten, nutzen Sie bitte unser geschütztes Kontaktformular.