Wenn ich an meine Anfänge im Bestattungshaus meiner engsten Verwandten zurückdenke, erinnere ich mich lebhaft an meine ersten „Ausflüge“ in die Verwaltungswissenschaft der Friedhöfe. Damals brachten wir moderne Ideen mit – wie etwa einen Kunstbaum, um eine karge Kapelle freundlicher zu gestalten. Doch die Antwort der Verwaltung kam prompt: Verboten wegen Feuergefahr. Es ging ums Prinzip: Die Verwaltung setzte die Grenzen, nicht der Wunsch der Angehörigen.
Heute spüren wir einen deutlichen Umbruch. Die klassische Aufbahrung in großen Kirchen oder Friedhofskapellen ist spürbar rückläufig. Die Menschen suchen keine starren Institutionen mehr. Sie möchten in vertrauten Gruppen Abschied nehmen und kehren nach der Beisetzung lieber in das Lieblingsrestaurant der verstorbenen Person ein. Trauer findet heute dort statt, wo das Leben gelebt wurde.
Doch während sich die Bedürfnisse gewandelt haben, scheint die Zeit auf vielen Friedhöfen stillzustehen. Es ist paradox: Der Samstag ist oft der einzige Tag, an dem alle Generationen zusammenkommen können. Wenn aber die Verwaltung aufgrund von Personalmangel den Takt vorgibt und den Service einschränkt, bleibt die Individualität auf der Strecke. Ein Abschied darf nicht an den Öffnungszeiten einer Behörde scheitern.
Genau deshalb haben wir als Familienunternehmen in 4. Generation reagiert. Um dem starren System zu trotzen, haben wir eigene Abschiedsräume geschaffen. Wir haben uns unabhängig gemacht, um Trauerfeiern so zu gestalten, wie Sie es sich wünschen:
Zeitliche Freiheit: Wir ermöglichen Abschiednahmen rund um die Uhr – auch am Samstag, Sonntag oder an Feiertagen. Dies ist besonders für religiöse Traditionen oder den „indischen Wunsch“ nach zeitlich ungebundenen Zeremonien entscheidend.
Emotionale Vielfalt: Unsere Räume bieten eine warme Atmosphäre, fernab von bürokratischer Kälte.
Individuelle Rituale: Wir sagen „Ja“ zu Ideen, die auf staatlichen Friedhöfen oft noch an Satzungen scheitern würden.
Zur Freiheit gehört für uns auch die soziale Gerechtigkeit. Wir sind für alle Sozialbestattungen offen. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, können die Kosten durch eine Antragstellung bei der Stadt übernommen werden. Zudem bieten wir mit der Seebestattung eine besonders würdevolle und zugleich die kostengünstigste Form der Beisetzung an.
Vom verbotenen Kunstbaum meiner Anfangszeit bis zu unseren heutigen Abschiedshäusern war es ein weiter Weg. Wir kämpfen mit unserer Petition „Bestattungsfreiheit jetzt: Urne zu Hause“ für das Recht, die Asche eines geliebten Menschen dort zu wissen, wo sie hingehört – im privaten Umfeld. Der Abschied gehört in die Hände derer, die lieben.
Der Trauerhahn
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:
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