Wenn ich aus dem Nähkästchen plaudere, erzähle ich oft von meinen kleinen „Tricks“ – den Duftkerzen in der „Schönen Aussicht“ oder den drei Charakterbegriffen auf dem Notizblock. Doch der wichtigste Teil meiner Arbeit beginnt viel früher, bei der ersten Begegnung. Da sitze ich nun in der guten Stube, und statt sofort die Preisliste auf den Tisch zu knallen, stelle ich Fragen. Viele Fragen.
Ich frage nach dem letzten Urlaub. Nach dem Auto, das in der Garage stand. Nach der Ernährung, nach der Liebe zum Sportverein oder dem Stammtisch im Viertel. Ich will wissen: War er ein Vereinsmensch? Ein stiller Genießer? Ein Weltenbummler?
Oft stutzen dann gerade die älteren Semester. Sie schauen mich verwundert an, fast ein wenig misstrauisch. „Herr Hahn“, sagen sie dann, „was hat das denn jetzt mit der Bestattung zu tun?“
Ich verstehe diese Verwunderung. Viele Menschen kennen es noch so: Der Bestatter kommt, schlägt einen dicken Katalog auf, und dann wird geblättert. „Sarg Modell A, Blumenkranz Nummer 5, Musikstück 3.“ Man tippt mit dem Finger auf ein Foto und sagt: „Das will ich, das will ich, das will ich.“
Das ist für mich nicht der empathische Weg. Ich sage meinen Kunden dann ganz offen: „Wenn Sie nur einen Katalog durchblättern möchten, bin ich vielleicht nicht der Richtige für Sie. Denn um Sie ehrlich beraten zu können, muss ich erst einmal verstehen, wen wir hier eigentlich bestatten.“
In diesem Moment wandelt sich die Skepsis meist in Nachdenklichkeit. Die Leute lenken ein. „So kennen wir das gar nicht“, heißt es dann oft leise.
Eine Bestattung sollte kein anonymes Produkt aus einem Prospekt sein. Sie ist der letzte Ausdruck einer Identität. Wenn wir wissen, was der Mensch geliebt hat, dann findet sich der richtige Sarg, die passende Musik und der Blumenschmuck fast von ganz allein – ganz ohne Katalog-Druck.
Ein guter Abschied braucht keine Seitenzahlen, sondern Geschichten. Und ich bin immer wieder dankbar, wenn mir die Familien das Vertrauen schenken, diese Geschichten mit mir zu teilen. Da bin ich ja mal gespannt, welche Lebensreise ich als Nächstes kennenlernen darf.
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„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
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