Man hört oft den Satz: „Gestorben wird immer.“ Er klingt wie eine ökonomische Lebensversicherung, eine Garantie für ein florierendes Geschäft. Doch wer so denkt, hat das Wesen unserer Zunft nicht verstanden. Wer nur kommt, weil er meint, der Tod sei eine verlässliche Einnahmequelle wie das tägliche Aufbackbrötchen beim Bäcker, wird an der Stille dieses Berufs scheitern.
In den letzten 40 Jahren habe ich miterlebt, wie sich unser Berufsbild gewandelt hat. Ich habe Innovationen vorangetrieben und versucht, dem Handwerk eine neue Modernität zu geben. Doch bei aller Veränderung bleibt eine Konstante, die man nicht digitalisieren oder beschleunigen kann: Man muss warten können.
Der Tod kennt keinen Terminkalender. Er ist nicht der Bäcker, bei dem die Kunden morgens Schlange stehen, um sich ihr Sonntagsfrühstück zu sichern. Ein Bestattungsinstitut kann man nicht führen wie einen Einzelhandel mit festen Laufzeiten.
Gerade für Newcomer in der Branche ist das die härteste Lektion. Während etablierte Häuser durch ihren Ruf und ihre tiefe Verwurzelung eine natürliche Beständigkeit erfahren, stehen junge Unternehmen oft vor der quälenden Frage der Auftragsgewinnung. Hier zeigt sich oft die hässliche Seite des Marktes – das „Klinkenputzen“ in Pflegeheimen oder Hospizen. Doch ein Auftrag, der so entsteht, entbehrt oft der Innigkeit, die dieser Moment verlangt.
Ein Bestatter, der nur auf die nächste Statistik wartet, wird nie die Empathie aufbringen können, die eine Familie in ihrer dunkelsten Stunde braucht. Es geht nicht darum, einfach nur „da zu sein“, wenn es passiert. Es geht darum, mit welcher inneren Haltung man die Stille füllt, bevor das Telefon klingelt.
Vielleicht ist es gerade das, was uns als Familienunternehmen auszeichnet: Wir lauern nicht auf den Tod. Wir sind einfach da. Das Vertrauen, das über Generationen gewachsen ist, lässt sich nicht durch aggressives Marketing ersetzen.
Ein guter Bestatter ist wie ein Anker. Er wartet. Und wenn er gerufen wird, kommt er nicht mit der Hektik eines Verkäufers, sondern mit der Ruhe eines Menschen, der weiß, dass Abschied Zeit braucht. Diese Freiheit der Gestaltung ist uns wichtig:
Bestattungsfreiheit: Wir kämpfen mit unserer Petition „Urne zu Hause“ dafür, dass Familien auch nach der Beisetzung die Freiheit behalten, ihren Ort des Gedenkens selbst zu wählen.
Soziale Verantwortung: Würde ist kein Luxusgut. Wir sind offen für alle Sozialbestattungen. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, begleiten wir Sie bei der Antragstellung zur Kostenübernahme durch die Stadt.
Seebestattung: Für alle, die die Unendlichkeit des Meeres suchen, bieten wir mit der Seebestattung eine würdevolle und zugleich unsere kostengünstigste Bestattungsform an.
Manchmal ist das Warten die höchste Form der Dienstleistung. Denn es bedeutet, bereit zu sein, wenn die Zeit für einen Menschen stillsteht.
Der Trauerhahn
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:
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