Wer nur zur Hälfte lebt, kann nicht ganz für andere da sein

Es gibt einen großen Unterschied zwischen Menschen, die einen Job bloß „ausüben“, und jenen, die ihn mit jeder Faser ihres Seins „erleben“. In meinem Beruf, in dem wir täglich an der Schwelle zwischen Leben und Tod stehen, wird dieser Unterschied besonders deutlich. Wer nur kommt, um Stunden abzureißen und eine Bühne professionell zu bedienen, der lebt – so hart es klingen mag – nur zur Hälfte.

 

 

Echte Berufung bedeutet für mich, sich auch außerhalb der reinen Arbeitszeit mit den Fragen der Menschlichkeit auseinanderzusetzen: Wo liegen die Bedürfnisse der Menschen heute? Wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft? Nur wer das Leben in all seinen Facetten aufsaugt, kann es auch würdevoll in einen Abschied betten.

Wenn Arbeit nur Mittel zum Zweck ist

Ich bedauere jene, für die der Beruf lediglich ein notwendiges Übel zum Gelderwerb ist. Besonders in einer Branche, die von Empathie und Innovation lebt, ist eine solche Oberflächlichkeit erschütternd. Wenn die Leidenschaft fehlt, bleibt nur eine leere Hülle. Wer keine Erfüllung in seinem Tun findet, kann anderen keinen Trost spenden, der tiefer geht als eine einstudierte Floskel.

 

Diese Ganzheitlichkeit spiegelt sich in unserem gesamten Handeln wider:

 

  • Bestattungsfreiheit: Unser Einsatz für die Petition „Urne zu Hause“ entspringt dem tiefen Verständnis für die Sehnsucht nach privater Geborgenheit.

  • Soziale Gerechtigkeit: Wir sind offen für alle Sozialbestattungen. Würde darf nicht am Geld scheitern, daher begleiten wir Sie bei der Kostenübernahme durch die Stadt.

  • Seebestattung: Als naturverbundene und zugleich unsere kostengünstigste Bestattungsform ist sie Ausdruck eines ehrlichen, bodenständigen Handwerks.

Das Echo der Stille und der Neid der Engstirnigen

Seit ich meine Gedanken in diesen Kolumnen teile – eine Arbeit, die mir persönlich viel bedeutet –, mache ich eine interessante Beobachtung: Anerkennung ist ein rares Gut. Wer etwas Neues wagt, erntet im engsten Umfeld oft eher Schweigen oder gar Neid. Kritiklisten sind unendlich lang, während ein ehrliches „Gut gemacht“ selten über die Lippen geht.

 

 

Es scheint leichter zu sein, über Negatives zu spotten, als die Leistung eines anderen aufrichtig zu würdigen. Wer den Kopf aus der Masse streckt, wird zur Zielscheibe für jene, die selbst nicht den Mut zur Veränderung haben.

Ein Blick in den Spiegel

Man möchte diesen Kritikern manchmal einen Spiegel vorhalten und fragen: Was trägst du eigentlich bei? Meckern erfordert keine Fantasie. Etwas zu erschaffen hingegen schon.

 

Ich habe mich entschieden, mich von dieser Oberflächlichkeit nicht bremsen zu lassen. Die Freude daran, philosophische Ansätze festzuhalten, ist Belohnung genug. Es ist ein Stück Lebensqualität, das man sich selbst erarbeitet – unabhängig davon, ob das Umfeld den Horizont mit erweitert. Am Ende des Tages zählt nicht, wie viele Menschen „geklatscht“ haben, sondern ob man mit der Gewissheit in den Spiegel schauen kann, sein Leben und seinen Beruf mit ganzer Hingabe ausgefüllt zu haben.

 

 

Der Trauerhahn

 

Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“

 

„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der

4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.

 

Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.

 

In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:

 

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Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Kommentare, Erfahrungen und Anregungen hier zu hinterlassen.

 

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