Man sagt, Neid muss man sich hart erarbeiten. Als Bestattungshaus, das in Hamburg auf eine Vielzahl von Google-Rezensionen blicken darf, ist uns bewusst, dass wir damit eine gewisse Sichtbarkeit genießen. Doch Sichtbarkeit zieht leider nicht nur Wohlwollen an, sondern manchmal auch das Gegenteil.
Kürzlich erreichte uns eine 1-Sterne-Bewertung zu einer Uhrzeit, in der die meisten Menschen schlafen. Es ist schon merkwürdig, mit welcher Energie hier tief in der Nacht versucht wurde, uns „eins auszuwischen“. Der Inhalt war so haltlos wie der Zeitpunkt: Behauptungen über fehlende Rechnungen, die sich bei einem Blick in unsere penibel geführten Akten sofort als Luftnummern erwiesen. Kein Sterbefall, kein Kontakt – nur ein Name, der bei uns nie auftauchte.
Doch noch merkwürdiger ist das, was oft nur wenige Tage später passiert: Wie aus dem Nichts melden sich dubiose Kanzleien oder Agenturen und bieten an, genau diese negativen Rezensionen gegen eine saftige Gebühr zu löschen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier eine perfide Strategie dahintersteckt, um mit der Angst um den guten Ruf Umsatz zu generieren.
Ich sage dazu ganz klar: Nein. Wir lassen solche Bewertungen stehen und antworten darauf. Wir machen daraus keinen Monolog der Verleumder, sondern laden zum offenen Dialog ein. Wir haben diese Person aufgefordert, Kontakt zu uns aufzunehmen, um die Vorwürfe zu klären. Doch wie erwartet? Es kommt nichts.
Jeder vernünftig denkende Mensch weiß ganz genau, „wo hier der Hammer hängt“. Wenn auf eine direkte Einladung zum Gespräch nur Schweigen folgt, entlarvt sich die Lüge von selbst. Wir lassen uns nicht in einen Kreislauf aus Fake-Bewertungen und bezahlten Löschungen ziehen.
Wir überlassen das Feld nicht den Schattenmännern. Wir versuchen nun über Google und die Ermittlung der IP-Adressen herauszufinden, wer hier tatsächlich zur Feder gegriffen hat. Oft erübrigt sich das Thema dann schnell, weil die Accounts plötzlich gelöscht werden, sobald es rechtlich ernst wird.
Wir konzentrieren uns lieber weiter auf das Wesentliche: Die würdevolle Begleitung der Hinterbliebenen, transparente Kostenstrukturen und unsere tägliche Pflicht gegenüber den Hamburger Familien – egal ob auf dem Friedhof oder bei einer schlichten Seebestattung, die oft die kostengünstigste Form des Abschieds darstellt. Wir sind zudem stolz darauf, auch bei Sozialbestattungen zur Seite zu stehen, deren Kosten nach Antragstellung von der Stadt übernommen werden können.
Gegen hunderte echte, positive Erfahrungen kommen nächtliche Geisterbilder und Geschäftemacher nicht an. Wir machen einfach weiter unseren Job. Mit erhobenem Haupt und hanseatischer Gelassenheit.
Der Trauerhahn
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
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