Manchmal fühlt sich Deutschland an wie ein herrschaftliches Gutshaus, in dem die Bewohner noch immer so tun, als stünde das Tafelsilber glänzend im Schrank, während draußen schon die Kuckuckskleber an den Türen stehen. Wir leben seit zwanzig Jahren von der Substanz. Es ist dabei völlig unerheblich, wer gerade am Kabinetttisch sitzt – das Problem ist das System der gegenseitigen Blockade. Wenn sich zwei Seiten ständig nur auf die Füße treten, macht niemand einen Schritt nach vorn.
Die Fehlentscheidungen der Vergangenheit, von der Energiepolitik bis hin zur verschleppten Digitalisierung, fallen uns jetzt passiv vor die Füße. Wir haben viel zu lange über unsere Verhältnisse gelebt. Und wenn man ehrlich ist, drängt sich eine Frage auf: Wie wird dieser „Knall“ aussehen, auf den wir zusteuern?
Es wird vermutlich kein plötzlicher lauter Knall sein, sondern ein schleichender Zerfall, der in einer harten Landung mündet. Wenn die Sozialsysteme die Last der Untätigkeit nicht mehr tragen können, wenn der Einzelhandel stirbt und der technologische Wandel Arbeitsplätze ersetzt, ohne dass neue Perspektiven geschaffen wurden, dann bricht das soziale Gefüge.
Ein massiver Verlust an individueller Freiheit durch wirtschaftliche Abhängigkeit.
Eine Gesellschaft, die sich keine „Kultur“ mehr leisten kann – weder im Leben noch im Sterben.
Das bringt mich zu einer Frage, die mich als Bestatter zutiefst umtreibt: Wo bleibt die Würde, wenn niemand mehr die Rechnung bezahlen kann? Wenn der Staat unter Druck gerät und der Bürger verarmt, droht die letzte Reise zur bloßen Verwaltungsnummer zu werden.
Schon jetzt sehen wir den Trend zur Anonymität – oft nicht aus persönlichem Wunsch, sondern aus finanzieller Not. Wenn Gottesdienste und feierliche Beisetzungen zum Luxusgut werden, verlieren wir einen der wichtigsten Anker unserer Zivilisation: den respektvollen Umgang mit dem Tod. Ein Volk, das seine Toten nur noch „entsorgt“, weil die Mittel für ein letztes Lied oder ein gemeinsames Gebet fehlen, gefährdet seinen inneren Zusammenhalt, noch bevor der wirtschaftliche Bankrott eintritt.
Wir dürfen trotz des politischen Stillstands nicht vergessen, dass Würde kein Luxus ist, sondern ein Grundrecht – bis zum letzten Atemzug und darüber hinaus. Deshalb stehen wir dafür ein, dass jeder Abschied persönlich bleibt. Wir beraten Sie offen zu allen Möglichkeiten, auch zur Sozialbestattung, bei der die Kosten durch die Stadt übernommen werden können, oder zur preiswerten Seebestattung.
Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten eines würdevollen Abschieds trotz begrenzter Mittel erfahren? Informieren Sie sich hier über die verschiedenen Bestattungsformen auf unseren Friedhöfen oder den Ablauf einer Seebestattung.
Der Trauerhahn
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
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