Ich werde in diesen Tagen oft gefragt, wann ich denn gedenke, in Rente zu gehen. Nun, im Jahr 2026 bin ich 64 geworden. Nach alten Maßstäben müsste ich im kommenden April den Schlüssel an den Nagel hängen. Doch was bedeutet „Rente“ für jemanden, dessen Beruf Berufung ist?
Solange ich die Kraft habe, den Menschen als „Senior“ die Hand zu schütteln und Trost zu spenden, bleibe ich an Bord. Doch wer mich kennt, weiß: Stillstand gab es bei uns nie.
Oft kommen Familien nach Jahrzehnten wieder zu mir und erwarten, dass alles noch genau so ist wie „seinerzeit“. Doch man muss ehrlich sagen: Die Zeit geht an niemandem spurlos vorbei. Wo früher Kapellen standen, finden wir heute oft neue Freiflächen; wo einst die traditionelle Tenne Treffpunkt war, haben sich die Bedürfnisse gewandelt. Die Orientierung der Menschen ist heute eine andere, und darauf müssen wir antworten.
Unsere Aufgabe ist es, mit der Zeit zu gehen, ohne die Würde zu verlieren. Wenn die alte Tenne geht, schaffen wir Raum für Neues – wie unser aktuelles 360°-Videospektakel.
Stellen Sie sich vor: Sie stehen nicht mehr vor einem starren Sarg und hören einer Vita durch einen Sprecher zu. Stattdessen befinden Sie sich inmitten der Lebensfotografien des Verstorbenen. Es ist ein digitaler Empfang, ein Eintauchen in die Bilderwelt eines geliebten Menschen. Man ist nicht mehr nur auf Rückblicke angewiesen, man erlebt die Vita noch einmal gemeinsam in einer beeindruckenden Projektion.
Trotz aller Technik bleibt eines entscheidend: Wer führt das Haus? Schauen Sie ins Impressum. Wird dort nur eine alte Fassade für einen anonymen Konzern aufrechterhalten? Für mich käme das nie infrage. Ob ich mein Erbe eines Tages an einen vertrauten Mitarbeiter übergebe oder mit einem hanseatischen Partner kooperiere – meine persönliche Handschrift bleibt.
Gerade bei Familien, in denen wir seit Generationen fest etabliert sind, ist es mein Anspruch, dass das Individuelle niemals dem Standardverfahren eines Großkonzerns weicht.
Bis dahin bleibe ich Ihr Ansprechpartner. Ob mit 64 oder – wie man im Englischen sagt – „up to 120“. Denn Innovation braucht Erfahrung, und Vertrauen braucht ein Gesicht, dem man seit Jahrzehnten die Hand schütteln kann.
Möchten Sie mehr über unsere modernen Abschiedsformen wie das 360°-Videoerlebnis oder unsere traditionellen Wurzeln in der Region erfahren? Informieren Sie sich hier über unsere Philosophie und den Weg zu einem persönlichen Abschied.
Der Trauerhahn
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
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