In meiner letzten Kolumne habe ich über die Seebestattung als oft günstigere Alternative geschrieben. Doch werfen wir heute mal einen Blick auf das Festland. Da draußen tobt nämlich ein Preiskrieg, von dem die meisten gar nichts wissen – und der einen faden Beigeschmack hinterlässt.
Wer in einer Metropole wie Hamburg eine anonyme Grabstelle sucht, schluckt oft zweimal beim Blick auf den Gebührenbescheid. Da stehen schnell 1.800 € für die Überlassung von 25 Jahren auf dem Zettel. Fährt man aber nur ein paar Kilometer über die Stadtgrenze hinaus, in die kleineren Gemeinden der Region, findet man plötzlich Angebote für 180 €.
Haben die Würmer im Umland weniger Hunger? Ist der Rasen dort weniger grün? Nein. Dahinter steckt blanke Arithmetik und – man muss es so hart sagen – ein Verdrängungswettbewerb.
Fragen wir doch mal direkt bei den Verwaltungen nach: Wie rechtfertigt ihr diese Unterschiede?
Die Großstadt-Kalkulation:
Hier müssen riesige Parkanlagen, Personal und eine komplexe Infrastruktur querfinanziert werden. Der Friedhof wird zum Wirtschaftsbetrieb, der sich selbst tragen muss.
Das Umland-Dumping:
Viele kleine Friedhöfe am Rande der Stadt haben kaum noch „Frequenz“. Um überhaupt noch Bestattungen (und damit ein wenig Geld) anzuziehen, werden die Preise so tief gedrückt, dass man fast von Lockvogelangeboten sprechen kann.
Man will die Städter „rauslocken“, damit der eigene Friedhof nicht irgendwann mangels Masse geschlossen werden muss.
Wenn der Tod zum Preisschlager wird, sollten wir uns fragen: Hat das noch etwas mit Würde zu tun oder ist das reiner Kommerz?
Wenn ein Grabplatz weniger kostet als ein Satz neuer Autoreifen, dann suggeriert das: „Hauptsache weg, Hauptsache billig.“ Die Friedhofsverwaltung wird zum Discounter.
Doch ein Friedhof sollte kein Ort für „Geiz ist geil“-Mentalität sein, sondern ein Ort der Beständigkeit.
Wir Bestatter arbeiten 24/7, um jedem Verstorbenen einen würdevollen Abschied zu ermöglichen – völlig ungeachtet des Budgets.
Aber wenn das System Friedhof so massiv auseinanderdriftet, dass der Bestattungsort nur noch eine Frage der Postleitzahl und des Dumping-Preises ist, dann läuft etwas gewaltig schief.
Ein Abschied sollte nicht davon abhängen, welcher Friedhof gerade die verzweifeltste Kalkulation hat, um „über Wasser“ zu bleiben.
Würde ist kein Sonderangebot.
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„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
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