Manchmal reicht ein 30-sekündiges Video auf TikTok aus, um die Bestattungswelt in Aufruhr zu versetzen. In den letzten Wochen häufen sich bei uns die Anfragen: „Was kostet eine Eisbestattung?“, „Können wir das in Brandenburg machen?“ oder „Ist das die ökologische Zukunft?“.
Es ist wunderbar, dass sich Menschen so intensiv Gedanken über ihren ökologischen Fußabdruck über das Leben hinaus machen. Doch als Bestatter ist es auch meine Pflicht, den Schleier der digitalen Interpretation zu lüften und die harten Fakten zu präsentieren.
Das Verfahren, technisch Promession genannt, klingt wie Science-Fiction: Der Körper wird in flüssigem Stickstoff bei -196°C tiefgekühlt, durch Vibration in ein feines Granulat zerlegt und anschließend vakuumgetrocknet. Übrig bleibt organisches Material, das innerhalb weniger Monate zu wertvollem Humus wird. Kein Feuer, keine Emissionen – ein perfekter Naturkreislauf.
So faszinierend die Idee ist, so ernüchternd ist die aktuelle Lage. Wenn Sie solche Videos sehen, sollten Sie drei Dinge wissen:
Keine aktiven Anlagen: Obwohl die Methode entwickelt wurde, gibt es weltweit derzeit keine einzige Anlage im kommerziellen Betrieb. Selbst eine Überführung ins Ausland führt aktuell ins Leere, da die technische Infrastruktur schlicht fehlt.
Das deutsche Bestattungsrecht: Unsere Gesetze sind noch sehr traditionell. Da bei der Eisbestattung keine Verbrennung stattfindet, gilt das Endprodukt rechtlich nicht als „Asche“. Damit fehlt die Grundlage für die Beisetzung auf unseren Friedhöfen oder in Bestattungswäldern.
Die Kostenfalle: Theoretische Modelle inklusive internationaler Überführungen würden die Kosten einer normalen Bestattung um ein Vielfaches übersteigen.
Wir begrüßen den Mut zu neuen Wegen. Aber Aufklärung bedeutet auch zu sagen, was jetzt machbar ist. Wer den ökologischen Gedanken sucht, muss nicht auf Wunder warten:
Waldbestattung: Ein gelebter Naturschutz, der heute bereits möglich ist.
Seebestattung: Die bei uns kostengünstigste Bestattungsform. Wir begleiten Sie hierbei mit fachlicher Expertise.
Reerdigung: Ein Verfahren, das zeigt, wie moderne Bestattungskultur in Deutschland aussehen kann.
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:
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