Wenn ich am Telefon den Vergleich mit einer Flugreise ziehe, ernte ich oft fassungsloses Schweigen oder den empörten Einwand: „Aber Herr Bestatter, eine Abschiedsfahrt kann man doch nicht mit einem Linienflug vergleichen!“
Doch. Genau das muss man.
Natürlich ist der Anlass einer Beisetzungsfahrt emotional hoch aufgeladen, während ein Flug in den Urlaub reine Logistik ist. Aber physikalisch gesehen dienen beide Mittel demselben Zweck: Sie bringen uns sicher von A nach B.
Das Flugzeug bringt Sie an Ihr Ziel.
Das Schiff bringt die Urne und die Trauergesellschaft zur Beisetzungsposition.
Beide unterliegen denselben unerbittlichen Gesetzen der Natur. Wenn die Tragflächen vereisen, hebt die Maschine nicht ab. Wenn ein Orkan die Wellen über das Deck peitscht, verlässt das Schiff den Hafen nicht. Das hat nichts mit Pietätlosigkeit zu tun, sondern mit Seemannschaft und Verantwortung für das Leben der Hinterbliebenen.
Es ist ein Paradoxon: Wir vertrauen einem Piloten blind unser Leben an, wenn er wegen eines Sturms den Start abbricht. Aber von einem Kapitän oder Bestatter erwarten wir im Trauerfall manchmal, dass er das Wetter für die nächsten acht Wochen „garantiert“.
Wer eine Seebestattung wählt, entscheidet sich bewusst gegen die starren Mauern eines Friedhofs und für die Freiheit des Meeres. Und Freiheit bedeutet eben auch Unvorhersehbarkeit. Wer das Meer will, muss das Wetter akzeptieren – und verstehen, dass ein Schiff trotz aller Emotionalität ein technisches Gerät bleibt, das bei Windstärke 10 sicher im Hafen liegt.
Am Ende ist es ganz einfach: Wir können die Zeremonie perfekt planen, die Blumen arrangieren und die Musik wählen. Aber den Terminkalender des Universums führen wir nicht. Wir begleiten Sie mit aller Würde durch die Wellen, aber die Sicherheit der Lebenden steht immer an erster Stelle.
Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
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