„Damit Sie sich schon mal vorbereiten können...“: Warum ist das richtige Timing beim Abschied so entscheidend?

Morgens um sechs in Hamburg. Das Telefon klingelt. Ein Pflegeheim ist am Apparat: Eine Bewohnerin sei verstorben. Als Profis, die dieses Familienunternehmen in vierter Generation führen, ist unsere erste Frage entscheidend: „Ist der Arzt schon da gewesen? Liegt der Totenschein vor?“ Die Antwort der Pflegekraft lässt einen kurz innehalten: „Nein, der Arzt kommt erst im Laufe des Tages. Aber ich wollte Sie schon mal informieren, damit Sie sich vorbereiten können.“ 

Worauf genau müssen wir uns vorbereiten?

 

 

Man muss es sich kurz auf der Zunge zergehen lassen: Wir sind zwar 24 Stunden am Tag einsatzbereit, aber ohne den Arzt, der die Leichenschau vornimmt, dürfen wir rechtlich gesehen nicht einmal den Raum betreten. Erst wenn auf dem Totenschein „natürlicher Tod“ angekreuzt ist, beginnt unsere eigentliche Arbeit. Würden wir vorher tätig werden und es gäbe später Ungereimtheiten, stünden wir sofort im Fokus polizeilicher Ermittlungen. Rechtssicherheit ist die Basis für jede Pietät.

Warum wird das Wartezimmer beim Abschied oft zum Standstreifen?

 

Noch komplexer wird es, wenn die Angehörigen selbst anrufen. In der Ausnahmesituation der Trauer möchte man, dass alles schnell und würdevoll geregelt ist. Oft hören wir dann: „Der Arzt hat gesagt, er kommt um 14 Uhr. Können Sie dann auch da sein?“ Hier müssen wir vorsichtig vermitteln: Ein Arztbesuch ist leider kein fester Termin. Da kommt ein Notfall dazwischen, eine dringende Hausvisite oder schlicht der Hamburger Elbtunnel-Verkehr. Wenn wir uns punktgenau auf den Weg machen und der Arzt verspätet sich um Stunden, stehen wir vor einer logistischen Herausforderung. Wir sagen dann ganz direkt: „Möchten Sie wirklich, dass wir wie ein Taxi mit laufendem Taxameter vor der Tür warten?“ Wir möchten Ihr Budget lieber für einen schönen, individuellen Abschied nutzen, statt für das Warten auf dem Parkstreifen.

Warum ist Gründlichkeit wichtiger als Hektik?

 

Dieser Drang zur frühen Meldung zeigt oft ein Missverständnis unserer Arbeit. Wir sind Experten für würdevolle Abholungen und komplexe Behördengänge. Es ist gut, uns früh einzubinden, aber im Sinne des Verstorbenen steht die rechtliche Klarheit an erster Stelle.

Wie setzen wir uns für eine moderne Bestattungskultur ein?

Vielleicht ist dies auch ein weiteres Argument für unsere Petition „Bestattungsfreiheit jetzt“. Wir kämpfen für moderne Gesetze, damit Abschiede insgesamt weniger bürokratisch ablaufen können. Bis dahin bleiben wir bei der hanseatischen Gründlichkeit: Wir kommen genau dann, wenn der Weg frei ist – damit wir uns ohne Zeitdruck und „Taxameter-Gedanken“ ganz auf den Verstorbenen und auf Sie konzentrieren können.

  • Wie können wir Sie in der Wartezeit unterstützen? Wir bleiben telefonisch mit Ihnen in Kontakt und halten uns bereit, sobald die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

  • Was ist bei finanziellen Sorgen zu tun? Wir sind offen für alle Sozialbestattungen. Nach Antragstellung können die Kosten hierfür von der Stadt übernommen werden – wir unterstützen Sie bei diesen Behördengängen.

  • Welche Optionen bieten wir für einen würdevollen Abschied? Ob bei einer klassischen Bestattung oder einer naturnahen Seebestattung, die bei uns besonders kosteneffizient ist: Wir sorgen dafür, dass Ihr Budget für den Abschied verwendet wird, nicht für unnötige Standzeiten.

Wenn Sie Fragen zum Ablauf einer Bestattung haben oder Unterstützung bei der Planung benötigen, finden Sie alle Informationen auf unserer Homepage.

 

 

Der Trauerhahn.


Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur

 

 

Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“

 

„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der

4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.

 

Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.

 

In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:

 

Teilen Sie Ihre Gedanken zu unseren aktuellen Kolumnen-Themen.

 

Diskutieren Sie mit uns über die Petition zur Bestattungsfreiheit und das 'Bremer Modell'.

 

Stellen Sie Fragen, die Sie schon immer einem Experten stellen wollten.

 

Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Kommentare, Erfahrungen und Anregungen hier zu hinterlassen.

 

Wir freuen uns auf einen respektvollen, mutigen und ehrlichen Dialog mit Ihnen.


Kommentare: 0

Wenn Sie unsere wöchentlichen Kolumnen, neuen Novellen und Informationen zu Themen wie dem „Bremer Modell“ oder praktischer Nachlasshilfe automatisch erhalten möchten, nutzen Sie bitte unser geschütztes Kontaktformular.