Man sagt ja immer, man solle gehen, wenn es am schönsten ist. Oder eben dann, wenn das Abendprogramm gerade so richtig gemütlich wird. Neulich saß eine Dame bei uns im Büro, die eine Geschichte im Gepäck hatte, die man so nur schreibt, wenn das Leben – oder der Tod – Regie führt.
Ihr Mann hatte die ultimative Form der Entspannung gewählt. Während sie ein paar Tage bei einer Freundin außerhalb Hamburgs verbrachte, entschied er sich zu Hause für ein Nickerchen der ganz besonderen Art. Als die Anrufe ins Leere liefen und das ungute Bauchgefühl sie zurück an die Elbe trieb, fand sie ihn: friedlich im Sessel, die Fernbedienung noch fest im Griff.
Das Besondere an diesem Moment? Die Witwe zückte ihr Handy und sagte: „Schauen Sie mal, ich habe auch Bilder!“ Und tatsächlich – da saß er auf dem Display. Ein Bild von einem Mann, der offensichtlich mit sich und der Welt im Reinen war. Keine Dramatik, kein Kampf, einfach nur der sanfte Übergang vom Vorabendprogramm in die Ewigkeit. Ein letztes Standbild, das den Frieden dieses Augenblicks konservierte.
In Momenten wie diesen zeigt sich, dass Abschied nicht immer nur schwer und grau sein muss. Manchmal ist er auch ein bisschen skurril, zutiefst menschlich und – ja, das darf man sagen – beinahe beneidenswert. Wer von uns träumt nicht davon, die Fernbedienung als Zepter des Feierabends in der Hand zu halten, während man leise den Vorhang zuzieht?
Wir bei André Hahn Bestattungen erleben viele Facetten des Abschieds. Aber dieser „stille Zuschauer“, der uns da entgegenlächelte, erinnerte uns wieder daran, warum wir für die Bestattungsfreiheit kämpfen. Ein Leben, das so individuell endet, verdient einen ebenso individuellen Rahmen – vielleicht ja irgendwann mit der Urne neben dem Lieblingssessel zu Hause, statt anonym auf einem fernen Feld.
Ruhe in Frieden, unbekannter Fernsehzuschauer. Wir hoffen, der letzte Film war ein guter.
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