Hallo, liebe Leser der Trauerkolumne,
die Nachrichten, die uns in diesem März 2026 aus Kuba erreichen, sind verstörend. Ein ganzes Land im
Dunkeln, kein Strom, keine Kühlung, eine stillstehende Logistik. Man mag denken: „Das ist weit weg.“ Doch
die Ereignisse in Berlin Anfang des Jahres haben uns gezeigt, dass auch wir nur einen Sabotageakt oder
einen Systemfehler von solchen Zuständen entfernt sind.
Was passiert eigentlich, wenn der Strom
nicht nur für Stunden, sondern für Tage wegbleibt?
In den Krankenhäusern sichern Notstromaggregate das Überleben der Patienten – aber was ist mit denen,
die es nicht geschafft haben? Die Kapazitäten in den Kliniken sind begrenzt. Ohne Strom fällt die Kühlung
aus. Zu Hause, im Pflegeheim oder im Hospiz wird die Situation innerhalb kürzester Zeit dramatisch.
Wenn wir unsere Fahrzeuge nicht mehr bewegen können, weil die Zapfsäulen ohne Strom keinen Tropfen
Diesel geben, stehen die Toten wortwörtlich still. Wer holt sie ab? Wo werden sie würdevoll aufbewahrt,
wenn die elektrischen Kühlsysteme schweigen?
Nicht, um Angst zu machen. Sondern weil ich finde, dass wir als Gesellschaft eine Antwort brauchen. Wir
reden viel über Vorräte und Kurbelradios, aber wir reden kaum darüber, wie wir die Würde unserer
Verstorbenen in einer Katastrophe schützen.
In einem Haus, das seit 1872 besteht, haben wir gelernt, in Zeiträumen zu denken, die über den Moment
hinausgehen. Krisenvorsorge ist für uns kein Modewort, sondern Pflicht. Es braucht belastbare Netzwerke
und Partner, die auch dann noch funktionieren, wenn das Handy-Netz tot ist.
Sind unsere Friedhöfe, unsere Krematorien und wir Bestatter eigentlich „blackout-fest“?
Ich habe keine Lust auf Horrorszenarien.
Aber ich habe den Anspruch, dass wir auch im schlimmsten Fall –
wenn Berlin oder Hamburg im Dunkeln liegen – noch Mensch bleiben.
Dass ein Abschied auch dann noch
ein Abschied ist und keine bloße „Entsorgungsfrage“
Vorsorge bedeutet für mich nicht nur, ein Formular für die Bestattungsart auszufüllen. Es bedeutet auch,
sich heute Gedanken darüber zu machen, wie wir als Gemeinschaft zusammenhalten, wenn das System
hakt.
Passen Sie auf sich auf.
Herzlichst,
Der Trauerhahn
Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:
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