Die „Küke“ und der Heiligabend: Wenn der Bestatter selbst Abschied nimmt

Es war der Heiligabend 2008. Während überall die Lichter brannten, erlosch ein ganz besonderes Licht in meinem Leben: Meine Mutter verstarb.

 

In diesem Moment war ich nicht der Bestatter, der kühle Logik walten ließ. Ich war der Sohn. Ich stand vor der Herausforderung, die wir alle kennen: Wie wird man einem Leben gerecht, wenn die Hinterbliebenen so unterschiedliche Bedürfnisse haben?

Das letzte Wort der Freiheit

Meine Mutter war eine moderne Frau. Ein fester Ort für die Trauer war ihr ursprünglich nicht wichtig; sie überließ es meiner Schwester und mir, wie wir ihren Abschied gestalten wollten. Doch genau hier zeigte sich eine Dynamik, die ich heute oft in meinen Beratungsgesprächen erlebe.

 

 

Meine Schwester und ich hatten – und haben – kein einfaches Verhältnis. Während sie den Abschied eher im Stillen suchte, war es mein tiefes Bedürfnis, die Erinnerung mit all den Menschen zu teilen, die sie gekannt und geschätzt haben.

Ein Spiegelbild in der Kapelle: Wer war die „Küke“?

Ich wollte nicht nur eine Trauerfeier nach Protokoll. Ich wollte, dass jeder, der die Kapelle betritt, sofort spürt: Hier geht es um sie. Ihre Persönlichkeit sollte den Raum füllen.

 

In ihrem engsten, privaten Kreis kannte man sie unter einem Namen voller Wärme: „Die Küke“. Es war ein Kosename, den nur die Familie und engste Freunde nutzen durften. Sogar das erste Bestattungsschiff meines Vaters trug diesen Namen als stille Hommage. Diese „Küke“ war ihr wahres Ich – und genau dieses Bild sollte jeder beim Abschied vor Augen haben. 

Versöhnung mit der Entscheidung

Heute, Jahre später, weiß ich: Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“ beim Trauern. Es gibt nur das „Ehrlich“. Dass meine Mutter uns die Entscheidung überließ, war ein großer Vertrauensbeweis. Er zwang uns, uns mit unseren eigenen, tiefsten Bedürfnissen auseinanderzusetzen.

 

Wenn ich heute Familien berate, die sich uneins über den Weg des Abschieds sind, dann tue ich das nicht nur mit dem Fachwissen des Experten. Ich tue es mit der Erfahrung des Sohnes, der am Heiligabend 2008 selbst lernen musste: Ein Abschied darf so individuell sein wie ein privater Kosename unter Geschwistern.

 

 

Ihr

 

Der Trauerhahn

 

 

Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur

 

 

Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“

 

„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der

4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.

 

Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.

 

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