Die Urne im Wohnzimmer: Mein letzter Umzug bleibt meine Sache!

 Man sagt ja, der Hamburger an sich sei eigenwillig. Wir entscheiden selbst, ob wir auf die Alster oder die Elbe gucken, ob wir das Franzbrötchen mit oder ohne Streusel genießen und ob wir bei Schietwetter überhaupt vor die Tür gehen. Kurzum: Wir lieben unsere Freiheit. Doch bei einer Sache hört der Spaß im Norden plötzlich auf: beim Sterben – oder genauer gesagt bei dem, was danach kommt.

 

Der staatliche „Beisetzungszwang“

Wer in Hamburg oder Schleswig-Holstein das Zeitliche segnet und sich für die Einäscherung entscheidet, tritt eine seltsame letzte Reise an. Während man zu Lebzeiten mühsam nach bezahlbarem Wohnraum gesucht hat, wird einem für die Ewigkeit plötzlich ein Platz aufgezwungen: der Friedhof.

 

Verstehen Sie mich nicht falsch: Unsere Friedhöfe sind wunderbare Orte der Ruhe. Aber warum muss die Urne von Tante Erna zwingend zwischen fremden Menschen unter norddeutschem Rasen stehen, wenn sie doch viel lieber im heimischen Regal neben ihren geliebten Krimis geblieben wäre? 

Warum traut uns der Gesetzgeber nicht?

In vielen anderen Ländern ist die „Urne für zu Hause“ längst Alltag. Da darf der Opa auf dem Kaminsims stehen oder im Garten unter dem Apfelbaum die Ruhe genießen. Nur bei uns herrscht der strikte Beisetzungszwang. Es wirkt fast so, als befürchte der Staat, wir würden unsere Angehörigen im Affekt als Türstopper zweckentfremden oder beim nächsten Umzug vergessen.

 

Natürlich brauchen wir Regeln für eine würdevolle Totenfürsorge. Aber ein bisschen mehr Vertrauen in die Bürger wäre angebracht. Wenn ich mein ganzes Leben lang entschieden habe, wo ich wohne, warum wird mir dieses Recht für meine Asche verwehrt?

Unsere Forderung: Bestattungsfreiheit jetzt!

Wir haben deshalb die Petition „Bestattungsfreiheit jetzt: Urne zu Hause“ ins Leben gerufen. Unser Ziel ist die Einführung des „Bremer Modells“ (§ 15 Abs. 3 BremBestG) auch in Hamburg und Schleswig-Holstein.

  • Freiheit der Entscheidung: Wer auf den Friedhof möchte – wunderbar.

  • Privatheit wahren: Wer lieber „zu Hause“ im vertrauten Umfeld bleiben möchte, sollte das Recht dazu haben.

  • Weniger Bürokratie, mehr Herz: Ein moderner Norden braucht eine zeitgemäße Bestattungskultur.

Seien wir ehrlich: Wer möchte schon dort liegen, wo er gar nicht hinwollte, nur weil ein veraltetes Gesetz es vorschreibt? Ich für meinen Teil würde meine letzte Tasse Tee lieber im vertrauten Wohnzimmer „genießen“ als im Hamburger Nieselregen auf Parzelle 4b.

 

 

 

Ihr

 

Der Trauerhahn

 

 

Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur

 

 

Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“

 

„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der

4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.

 

Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.

 

In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:

 

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