Es gibt Momente in unserem Beruf, die lassen sich nicht planen – man muss sie ermöglichen. Kürzlich führte uns ein Weg nach Niedersachsen, direkt an das Elbufer. Der Wunsch der Familie war so schlicht wie herausfordernd: Eine Verabschiedung im eigenen Garten, unter freiem Himmel, direkt am Sarg.
Wahre Würde findet oft dort statt, wo sich ein Mensch zu Lebzeiten am wohlsten fühlte. Um diesen Rahmen im privaten Garten zu schaffen, rückten wir mit Logistik und Herz an. Ein helles Zelt bot Schutz, während warme Decken auf den Stühlen für norddeutsche Gemütlichkeit sorgten. Das Wetter belohnte uns an diesem Tag mit strahlendem Sonnenschein.
Was dann geschah, steht in keinem Lehrbuch. Während des Gottesdienstes mischte sich die authentische Bauernhof-Stimmung unter die Trauergemeinde. Die Hühner des Hofes liefen gackernd umher, flatterten neugierig auf den Sarg und sprangen auf die Strohballen, die wir als natürliche Dekoration platziert hatten.
Was in einer Friedhofskapelle vielleicht als Störung empfunden würde, war hier der höchste Ausdruck von Leben. Es war eine Symbiose aus Abschied und Alltag, aus Trauer und der Beständigkeit der Natur.
„Es gibt Augenblicke, die lassen sich nicht wiederholen – sie bleiben als unbezahlbare Bilder in unseren Gedanken.“
Dieser Tag an der Elbe hat einmal mehr gezeigt: Der Ort einer Trauerfeier sollte keine Pflichtübung sein, sondern ein Spiegelbild des gelebten Lebens. Ob im eigenen Garten, auf dem Bauernhof oder an der Küste – wir schaffen den Schutzraum, damit solche Momente entstehen können.
Diese Erfahrung bestärkt uns in unserem politischen Engagement: Wir kämpfen mit unserer Petition „Bestattungsfreiheit jetzt“ dafür, dass solche individuellen Wege nicht an Landesgrenzen oder starren Gesetzen scheitern. Jeder Mensch sollte das Recht haben, dort Abschied zu nehmen, wo sein Herz zu Hause ist.
Abschied darf romantisch sein. Er darf lebendig sein. Und er muss vor allem eines sein: Echt.
Ihr
Der Trauerhahn
Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:
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