Gerufen beim Namen

Wenn der Abschied persönlich wird

 

Es gibt Momente in meinem Beruf, da verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart auf eine Weise, die

mich tief berührt. Wenn ich heute in der St. Michaelis-Kirche stehe, um gemeinsam mit dem Hauptpastor

eine Trauerfeier zu gestalten, blicke ich nicht nur auf einen hochgeschätzten Geistlichen. Ich blicke auch

auf einen ehemaligen Schulkameraden aus unserer gemeinsamen Zeit im Hamburger Alstertal.

 

Wenn er zu Beginn des Gottesdienstes die Arme ausbreitet, den Blick nach oben richtet und die Worte

spricht: „Gott hat dich bei deinem Namen gerufen“, dann verändert das die Atmosphäre im Raum.

 

In einer Welt, die immer schneller, digitaler und oft auch gesichtsloser wird, ist das ein gewaltiges

Versprechen. Wir sind keine Nummern. Wir sind keine bloßen Daten in einem System. Jeder Mensch hat

eine Geschichte, ein Gesicht und – vor allem – einen Namen.

 

Schon der Prophet Jesaja wusste um diese tiefe Wahrheit: „Fürchte dich nicht […] ich habe dich bei deinem

Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1).

Was bedeutet das für uns Hinterbliebene ?

 Es bedeutet, dass die Identität eines Menschen mit dem Tod

nicht ausgelöscht wird. Dass derjenige, den wir schmerzlich vermissen, an einem Ort ist, wo er erkannt und

gemeint ist. In der Trauerfeier geben wir den Verstorbenen noch einmal ganz bewusst in diese „höchste

Obhut“ ab.

Wenn die Arme des Pastors sich heben, ist das wie ein Signal:

Hier wird nicht nur ein Körper bestattet, hier wird eine unsterbliche Persönlichkeit geehrt. Es ist der Moment, in dem die Trauer der Gewissheit weicht, dass niemand jemals wirklich verloren geht, solange sein Name an einem Ort genannt wird, der über unsere Welt hinausreicht.

 

Für mich als Bestatter ist es jedes Mal ein Privileg, Zeuge dieses würdevollen Akts zu sein – besonders dann, wenn alte Weggefährten gemeinsam diesen letzten Dienst am Menschen verrichten.

 

 

Der Trauerhahn 

 

 

 

Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur

 

 

Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“

 

„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der

4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.

 

Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.

 

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