Das Geschäft mit dem Tod: Wenn Klicks mehr zählen als Anstand

Haben Sie in den letzten Tagen auch diese Nachrichten auf Ihrem Smartphone gesehen? Reißerische Schlagzeilen wie „Große Trauer um…“ oder „Seine Familie bestätigt die traurige Nachricht…“, oft versehen mit dem Bild einer bekannten Persönlichkeit. Man hält kurz den Atem an, das Herz klopft – nur um Sekunden später festzustellen: Es war eine Lüge. Eine Falle, ein sogenannter „Clickbait“, um Sie zum Klicken zu bewegen.

 

In solchen Momenten frage ich mich als Bestatter: Was stimmt mit der ethischen Kompassnadel unserer digitalen Gesellschaft nicht mehr?

Der Tod ist kein Marketinginstrument

In meinem Beruf begegne ich dem Tod jeden Tag. Ich sehe die Tränen, die Fassungslosigkeit und den tiefen Schmerz derer, die zurückbleiben. Für mich ist ein Abschied ein Moment, der von Ehrfurcht und Respekt geprägt sein muss.

 

Dass im Internet Menschen sitzen, die den Tod eines anderen erfinden, nur um ein paar Cent Werbeeinnahmen zu generieren, ist an Arroganz und Herzlosigkeit kaum zu überbieten. Wo ist die Wertschätzung für das Leben geblieben? Haben wir vergessen, dass wir hier alle nur „zu Besuch“ sind? Dass jede Sekunde, in der wir gesund sind, ein Geschenk ist, für das wir dankbar sein sollten?

Die Arroganz der digitalen Anonymität

 

Wer solche Lügen verbreitet, fühlt sich im Schutz der Anonymität oft unantastbar. Doch die Biologie lässt sich nicht betrügen. Irgendwann kommt für jeden der Moment, in dem die Zeit zu zählen beginnt – in dem eine Diagnose keine „Eilmeldung“ auf Social Media ist, sondern die eigene, harte Realität. Ich frage mich, ob dieser kühle Zynismus dann bestehen bleibt oder ob dann endlich die Demut einkehrt, die uns als Menschen eigentlich ausmachen sollte.

Ein Rückzug zum Wesentlichen

Ich glaube fest daran, dass diese Flut an Respektlosigkeit und Falschmeldungen die Seele auf Dauer nicht bereichert, sondern belastet. Wir Menschen sehnen uns nach dem Echten, dem Wahrhaftigen und dem Respektvollen.

 

Lassen wir uns nicht in diese Abgründe ziehen. Bewahren wir uns den Anstand und die Dankbarkeit für das Leben – und zeigen wir denen, die den Tod als Marketinginstrument missbrauchen, die kalte Schulter.

 

Passen Sie auf Ihre Seele auf.

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Der Trauerhahn

 

 

Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur

 

 

Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“

 

„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der

4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.

 

Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.

 

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