1872 – Als der „schwarze Hafer“ noch die Motoren antrieb

Wenn ich heute in unsere modernen Bestattungsfahrzeuge steige, muss ich oft an das Jahr 1872 denken – das Jahr, in dem der Grundstein für unser Familienunternehmen gelegt wurde. Auch wenn ich mich nicht persönlich an diese Zeit erinnere, entsteht beim Blättern in unseren alten Aufzeichnungen das faszinierende Bild einer längst vergangenen Epoche.

 

Oft werde ich gefragt: „Wie war das eigentlich damals? Gab es da schon Autos?“ Die Antwort ist kurz: Nein. Das erste Automobil von Carl Benz sollte erst 14 Jahre später über die Straßen holpern. Zu unserer Gründungszeit war die Welt noch eine völlig andere.

Wo Pferdestärken noch echte Pferde waren

Wer 1872 verstarb, wurde nicht im leise surrenden Wagen überführt. Der Transport erfolgte mit dem Pferdefuhrwerk. Unsere Chroniken beschreiben diese Wagen als prunkvoll geschnitzte, schwarze Kutschen mit hohen Glasfenstern – die sogenannten „Glaswagen“.

 

 

Der „Motor“ brauchte damals keinen Diesel, sondern Hafer. Es war eine langsame, würdevolle Prozession. Die Kutscher trugen Zylinder, und oft führten schwarze Pferde mit Trauerflor den Zug an. In einer Zeit ohne elektrische Kühlung war die Zuverlässigkeit dieser Gespanne das Maß aller Dinge.

Vom Tischlerhandwerk zur Bestattungskultur

Interessant ist auch: Den Beruf des „Bestatters“ gab es 1872 oft noch gar nicht als eigenständiges Gewerbe. Meist waren es die örtlichen Tischler, die die Särge bauten und – weil sie ohnehin die nötigen Fuhrwerke besaßen – auch den Transport übernahmen.

 

Aus dieser tief verwurzelten handwerklichen Tradition ist unser Haus in der 4. Generation gewachsen. Es ging von Anfang an darum, Verantwortung zu übernehmen und alles Notwendige aus einer Hand anzubieten – ein Prinzip, dem wir bis heute treu bleiben.

Was hat sich seit der Gründung geändert?

Die ersten motorisierten Bestattungswagen kamen erst nach 1900 auf, und es dauerte bis in die 1920er Jahre, bis sie die Pferdekutschen endgültig verdrängten.

 

 

Doch trotz aller Technik ist der Kern unserer Arbeit seit 1872 gleich geblieben: Ob mit zwei Pferdestärken vor der Kutsche oder modernster Technik im Fahrzeug – es geht immer darum, einen Menschen sicher und mit maximaler Ehrfurcht an seinen letzten Ort zu bringen. Damals wie heute gilt: Wir bewegen nicht nur Fahrzeuge, wir begleiten Schicksale.

Mehr erfahren:

Möchten Sie mehr über unsere lange Tradition und die Geschichte der Bestattungskultur in Hamburg erfahren? Besuchen Sie unsere Seite zum Friedhof Ohlsdorf oder informieren Sie sich über unsere modernen Vorsorgemodelle.

 

 

 

 

Der Trauerhahn

 

 

Ihre Stimme für eine moderne Bestattungskultur

 

 

Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“

 

„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der

4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.

 

Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.

 

In unserem Kolumnen-Chatroom – unserem digitalen Gästebuch – möchten wir Ihnen den Raum geben, den die Bestattungskultur so dringend benötigt:

 

Teilen Sie Ihre Gedanken zu unseren aktuellen Kolumnen-Themen.

 

Diskutieren Sie mit uns über die Petition zur Bestattungsfreiheit und das 'Bremer Modell'.

 

Stellen Sie Fragen, die Sie schon immer einem Experten stellen wollten.

 

Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Kommentare, Erfahrungen und Anregungen hier zu hinterlassen.

 

Wir freuen uns auf einen respektvollen, mutigen und ehrlichen Dialog mit Ihnen.


Kommentare: 0

Wenn Sie unsere wöchentlichen Kolumnen, neuen Novellen und Informationen zu Themen wie dem „Bremer Modell“ oder praktischer Nachlasshilfe automatisch erhalten möchten, nutzen Sie bitte unser geschütztes Kontaktformular.