Manchmal blickt man von der Küste auf den Horizont und sieht dort Lichter, die nicht wandern. Es sind Tanker. Sie liegen dort, Tag um Tag, Woche um Woche. Man sagt uns, es gäbe logistische Engpässe oder Raffinerie-Staus. Doch wer die Welt mit offenen Augen sieht, erkennt: Hier wird auf Zeit gespielt, während die Preise an Land unaufhaltsam in die Höhe getrieben werden.
Ich frage mich mit größter Verwunderung, wie unsere Regierung diesem Treiben so tatenlos zusehen kann. Es entsteht der Eindruck, dass das Schicksal der Bevölkerung – derer, die täglich zur Arbeit fahren müssen, die ihre Häuser heizen und die für die Grundversorgung dieses Landes schuften – zweitrangig geworden ist.
Wenn Schiffe mit lebensnotwendigen Rohstoffen 14 Tage vor unseren Häfen ankern, nur um auf den profitabelsten Moment zu warten, dann ist das kein "freier Markt" mehr.
Das ist ein Spiel mit dem sozialen Frieden. Wer die Sorgen der Menschen so ignoriert, darf sich nicht wundern, wenn sich Unzufriedenheit in Wut verwandelt. Wir brauchen keine Vertröstungen aus Berlin, wir brauchen eine handlungsfähige Führung, die die Versorgungssicherheit über die Spekulation stellt.
Auch wir in der Bestattungsbranche spüren den kalten Hauch dieser verfehlten Politik. Täglich erreichen uns E-Mails von Krematorien, Fahrdiensten und Energielieferanten. Die Kosten für die letzte Ruhe steigen, weil Wärme und Transport zum Luxusgut erklärt wurden.
Bisher haben wir als Familienunternehmen versucht, diese Lasten abzufangen. Wir möchten nicht, dass ein würdevoller Abschied zur Kostenfalle wird. Doch die Preisspirale dreht sich unaufhaltsam weiter. Wenn Kapellen nicht mehr beheizt werden können und Überführungen zum finanziellen Wagnis werden, dann hat das System versagt.
Es weht ein Wind durchs Land, den sich im Moment eigentlich keiner wünscht. Aber er wird stärker, weil das Vertrauen schwindet. Wer die Bevölkerung durch Tatenlosigkeit zum "Feind" der eigenen Politik macht, provoziert Reaktionen, die wir alle am Ende bereuen könnten. Es ist Zeit, die Tanker in die Häfen zu holen – und die Vernunft zurück in die politische Debatte.
Der Trauerhahn.
Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
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