Es gibt Momente in unserem Beruf, die sind so leise, dass man den eigenen Herzschlag hört. Gestern Abend am Stadtrand von Hamburg war ein solcher Moment. Wir wurden gerufen, doch diesmal galt unser Einsatz nicht einem Menschen. Paul war eingeschlafen. 15 Jahre lang war er der Schatten seiner Familie, ein treuer Gefährte und ein unersetzlicher Seelentröster. Wenn ein Haustier geht, ist der Schmerz oft so gewaltig, dass Außenstehende ihn kaum fassen können. „Es war doch nur ein Hund“, sagen manche – doch wer das sagt, hat nie die bedingungslose Liebe eines Tieres gespürt. Für uns ist die Würde des Abschieds unteilbar, egal ob wir einen zweibeinigen oder vierbeinigen Freund begleiten.
In solchen Fällen verzichten wir bewusst auf das große Bestattungsfahrzeug. Wir kommen privat, in einem diskreten Kabinenfahrzeug, das Raum für Nähe lässt. Paul lag in seinem Körbchen, so friedlich, als würde er gleich bei einem Leinen-Geräusch aufspringen. Die Familie saß in Ruhe um ihn herum. Es gab keinen Zeitdruck. Stundenlang wurden Geschichten erzählt – über zerkaute Schuhe, wilde Sprints im Park und das stille Verständnis, das nur ein Hund besitzt.
Was diesen Abend besonders machte, war ein kleiner, grauer Gefährte: Pauls liebstes Kuschelschwein. Die Familie hatte einen Wunsch, der so ungewöhnlich wie wunderbar war. Paul sollte keine klassische Urne aus Keramik erhalten. Er sollte dorthin zurück, wo er sich am wohlsten fühlte. Wir haben das Kuschelschwein so umgearbeitet, dass die Asche im Inneren einen sicheren Platz findet, verschlossen durch einen diskreten Reißverschluss. So kann die Familie Paul auch weiterhin in den Arm nehmen. Wenn die Sehnsucht zu groß wird, ist da nicht eine kalte Urne, sondern ein vertrautes, weiches Wesen.
Dieser Abend hat einmal mehr gezeigt: Abschied hat keine festen Regeln. Er muss sich richtig anfühlen und heilen. Ob die Asche im Wohnzimmer, im Garten oder in einem Kuscheltier geborgen ist – wir sind da, um diese individuellen Wege möglich zu machen.
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Der Trauerhahn.
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Reden wir Tacheles – Ihre Meinung im „Trauerhahn-Dialog“
„Tradition braucht den Austausch, und Fortschritt braucht Ihre Stimme. Als Familienunternehmen in der
4. Generation wissen wir, dass Abschiede so individuell sind wie das Leben selbst.
Doch oft stehen veraltete Gesetze und starre Strukturen unserem Wunsch nach Freiheit im Weg.
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Patricia Gottstein (Donnerstag, 19 März 2026 06:22)
Das ist die schönste Idee seinen treuen Begleiter auch über dessen Tod hinaus, bei sich haben und kuscheln zu können.
Großartig ❤️